Veränderungen in der Knochenstruktur

Knochenschmerzen und Gelenkschmerzen in den Wechseljahren – Was ist Osteoporose?

Nach den Wechseljahren steigt das Risiko für Frauen, an Osteoporose zu erkranken erheblich. Denn das weibliche Hormon Östrogen, das für starke Knochen sorgt, wird ab den Wechseljahren vermindert vom weiblichen Körper produziert. Das führt zu einem erhöhten Risiko, an Osteoporose (Knochenabbau) zu erkranken. Gelenkschmerzen, poröse Knochen oder gar Knochenbrüche sind typische Symptome der Erkrankung. Lassen Sie es erst gar nicht zu den typischen Schmerzen im Gelenk kommen: Mit regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung in den Wechseljahren können Sie der Osteoporose gut vorbeugen.

Die Osteoporose (wortwörtlich „poröser Knochen") zählt zu den am häufigsten unterschätzten Volkskrankheiten in Deutschland. Doppelt so viele Frauen als Männer sind davon betroffen – hauptsächlich haben Frauen in oder nach ihren Wechseljahren mit Knochenabbau zu kämpfen. Laut des Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverbandes e. V. sind erheblich mehr Frauen an Osteoporose erkrankt als an Brustkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt zusammen. Jede dritte Frau über 50 Jahren erleidet hierzulande einen Wirbelkörperbruch. Die Ursache: Osteoporose, weiß der Gynäkologe Professor Dr. med. Bernd Kleine-Gunk.

Osteoporose-Risiko in den Wechseljahren: Sind Hormone die Ursache?

Der Knochenabbau oder Knochenschwund ist eine chronische Erkrankung, bei der die Knochenmasse kontinuierlich aufgrund des gestörten Knochenstoffwechsels abnimmt. Und das geht in die Gelenke. Ursache ist nachweislich die hormonelle Umstellung und das Absinken des Hormons Östrogen. Mit dem Ende der Wechseljahre und dem Beginn der Menopause, geht eine zunehmende Entkalkung des Knochens einher – und das verursacht langfristig Symptome, wie z. B. Gelenkschmerzen.

Knochenaufbau und Knochenabbau in den Wechseljahren

Viele Menschen gehen davon aus, dass sie immer dasselbe Knochengerüst durchs Leben trägt. Tatsächlich wird aber der Aufbau der Knochen genauso wie die Haut immer wieder erneuert. (Zwei Zelltypen sind für diesen Umwandlungsprozess zuständig: Die Osteoblasten bauen das Knochengerüst auf, indem sie Kollagen und Mineralien wie Calcium und Magnesium einschleusen. Osteoklasten bauen sie wieder ab. Kurz: „Blasten bauen, Klasten klauen“. Wie gut diese Zelltypen arbeiten, hängt von dem weiblichen Hormon Östrogen und dem männlichen Hormon Testosteron sowie dem Parathormon aus der Nebenschilddrüse ab.) Fehlen Östrogene, wird die Arbeit der knochenabbauenden Zellen in den Gelenken gefördert. Dann wird mehr Knochen ab- als aufgebaut. Ein sinkender Östrogenspiegel bedingt daher generell ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Besonders bedroht davon sind Frauen, bei denen der Arzt frühe Wechseljahre und frühe Menopause diagnostiziert hat.

Für einen gesunden Knochenaufbau in den Wechseljahren und zum Entgegenwirken des Knochenabbaus ist ausreichend Calcium sehr wichtig.

Trotz Schmerzen: Wieso bleibt Knochenschwund so lange unbemerkt?

Fatalerweise zeigt die Erkrankung zunächst keine eindeutigen Symptome und bleibt lange unbemerkt. Denn zum einen verursacht die Knochenentkalkung an sich keinen Schmerz und zum anderen schwindet die Knochenstabilität nur allmählich. Oftmals wird die Erkrankung erst zehn oder gar zwanzig Jahre später zufällig nach einem Knochenbruch oder anhaltenden Schmerzen diagnostiziert. Zur Therapie der Beschwerden verschreiben Ärzte in der Regel Vitamin D und Calcium. In schweren Fällen setzen sie als Medikamente Biophosphonate ein, die den Knochenabbau hemmen sollen. Erst seit kurzer Zeit weiß man, dass diese Mittel jedoch Nebenwirkungen haben: Paradoxerweise schwächen sie den Kieferknochen, statt ihn zu stärken. Ob diese Therapie sinnvoll ist, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt.

Gibt es eindeutige Symptome für den Knochenabbau in den Wechseljahren?

Erste Hinweise auf die abnehmende Festigkeit können, neben Schmerzen im Gelenk, dumpfe kontinuierliche Schmerzen im Rücken sein. „Da Rückenschmerzen aber weit verbreitet sind, wird sogar bei dem Vorliegen von Wirbelkörperbrüchen häufig immer noch nicht die richtige Diagnose gestellt. Und so kommt es, dass von den rund acht Millionen Osteoporose-Kranken nur ein Drittel diagnostiziert ist", weiß Kleine-Gunk. Und oft erkennt der Arzt keinen Zusammenhang von Gelenkschmerzen in oder nach den Wechseljahren und Osteoporose, da dieses Symptom vor allem bei anderen Leiden wie Rheuma oder Arthrose als Beschwerde auftreten kann.

Weil Schmerzen im Rücken weit verbreitet sind, wird sogar bei dem Vorliegen von Wirbelkörperbrüchen häufig nicht die richtige Therapie eingeleitet, da nicht die richtige Diagnose (Osteoporose) gestellt wird. Nur etwa ein Drittel der acht Millionen Osteoporose-Kranken in Deutschland sind diagnostiziert.

Professor Dr. med. Bernd Kleine-Gunk

Starkes Zahnfleischbluten oder Parodontose könnte ein weiteres Symptom für Knochenabbau sein. Dabei könnte ein Blick auf bestehende Röntgenaufnahmen den Abbau im Unterkieferknochen zeigen.

„Letztlich gibt es nur eine vernünftige Möglichkeit, eine Osteoporose zu erkennen: die DXA-Messung“, meint Professor Kleine-Gunk. Die schmerzfreie Untersuchung, bei der mit zwei Röntgenstrahlen unterschiedlicher Stärke die Knochendichte der Lendenwirbelsäule und des Schenkelhalses gemessen wird, gilt als sicherste Diagnosemethode. Eine Blutuntersuchung hingegen mache nicht wirklich Sinn, da der Calcium-Wert im Serum nichts über die Calcium-Konzentration im Knochen aussagen, erklärt der Gynäkologe weiter.

Wie wirkt man dem Knochenabbau in den Wechseljahren entgegen?

Osteoporose ist eigentlich eine Erkrankung, der man sehr gut vorbeugen kann, so Kleine-Gunk. Denn man weiß heute sehr genau, welche weiteren Risikofaktoren neben Hormonmangel zu einer Osteoporose führen. So beschleunigen kortisonhaltige Medikamente, Untergewicht und eine Schilddrüsenüberfunktion den Knochenabbau. Aber auch Vitamin-D-Mangel und zu wenig Bewegung fördern poröse Knochen und schmerzende Gelenke. Da die Maßnahmen, wie man Osteoporose vermeiden kann, bekannt sind, ist die Therapie entsprechend einfach:

Heilpraktikerin Aruna Siewert rät Osteoporose-Patienten, auf eine calciumreiche und gesunde Ernährung zu achten. Zusätzlich zu calciumhaltigen Nahrungsmittel sind frische Kräuter zu empfehlen. Neben Milch kann man auch calciumreiches Mineralwasser trinken. Die Heilpraktikerin und Phytoexpertin Siewert empfiehlt zudem, eine basische Ernährung und somit säurebildende Nahrungsmittel zu meiden. Ist der Organismus stark übersäuert, greift er zu dem Calcium aus den Knochen, in denen übrigens 99 Prozent des gesamten Calciumvorrats stecken.

Knochenabbau und Gelenkschmerzen vorbeugen: Darum ist Sport nach der Menopause so wichtig

Wenn Frauen nach der Menopause den typischen Beschwerden einer Osteoporose vorbeugen oder etwas für ihre Gelenke tun möchten, ist es in beiden Fällen ratsam, sich möglichst täglich eine halbe Stunde zu bewegen. Vor allem belastungsarme Sportarten wie Radfahren, Wandern, Nordic Walking und Ski-Langlauf fördern den Knochenaufbau, halten die Gelenke geschmeidig und lindern erste Beschwerden. All diese Ausdauer-Sportarten praktiziert man am besten draußen in der Natur bei Sonnenschein. Bekanntlich fördert vor allem ein Aufenthalt in der Sonne die Bildung von Vitamin D und somit auch von Calcium. Denn Vitamin D ist an der Herstellung von Calcium beteiligt. Mit der Einnahme von Calcium und Vitamin D kann jede Frau zusätzlich, vor allem in der sonnenarmen Zeit, etwas für ihre Knochengesundheit und ihre Gelenke tun.

 

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