Hitzewallungen: Wenn die Hitze Sie überrollt

Plötzlich durchflutet die Hitze den Körper, ohne jede Vorwarnung und scheinbar ohne konkreten Auslöser. Was passiert da in meinem Körper? Und warum?
Grund ist vermutlich eine Störung im vegetativen Nervensystem, also dem Teil, den wir nicht bewusst steuern können. Ursache ist die hormonelle Umstellung, die in den Wechseljahren einsetzt.

Hitzewallungen können so lange auftreten, wie der weibliche Körper braucht, um sich an den niedrigeren Östrogenspiegel im Blut zu gewöhnen. Das ist natürlich bei jeder Frau unterschiedlich - diese Phase kann wenige Monaten, aber auch mehrere Jahren anhalten.

Was passiert im Körper?

Die innere Temperatursteuerung registriert fälschlich eine zu niedrige Körpertemperatur. Daher werden die Blutgefäße geweitet, um mehr Blut den Körper strömen zu lassen. Das Ergebnis: Es steigt eine Hitze von der Brust auf, die sich schnell auf Hals, Gesicht und Arme verteilt, manchmal den ganzen Körper durchflutet. Die Haut rötet sich, der Schweiß bricht aus, das Herz kann wild pochen. Das Ganze dauert nur einige Minuten, dann ist die Körpertemperatur wieder normal. Nur der ausgetretene Schweiß hinterlässt eine unangenehme Feuchtigkeit. Durch die Verdunstungskälte kann sie den gegenteiligen Effekt der eben gespürten Hitze auslösen: Ein leichtes Frösteln setzt ein. Wichtig: Wenn Sie auch ohne Hitze öfter starkes Herzklopfen haben, suchen Sie bitte einen Arzt auf, um die Ursache klären zu lassen!

Das kann Hitzewallungen verstärken:

  • zu viel Alkohol

  • Rauchen

  • scharfe Speisen

  • Stress

  • zu wenig Bewegung

  • Übergewicht

Das Gefühl, in den Wechseljahren den Launen seines Körpers ausgeliefert zu sein, ist unangenehm. Aber Sie können einiges dafür tun, die Beschwerden in dieser Phase zu reduzieren. Hier einige Tipps, um besser mit Hitzewallungen zurecht zu kommen.

Clevere Ernährung bei Hitzewallungen: Leicht, aber voller Nährstoffe

Schwere, fettige Mahlzeiten belasten Ihren Körper zusätzlich und können zu Übergewicht führen. Leiden Sie unter Hitzewallungen, ist eine leichte, gesunde Ernährung besonders wichtig, um die Symptome zu verringern. Dazu gehört:

  • Gemüse zu jeder Mahlzeit

  • Obst bei Süßhunger

  • Vollkornprodukte statt Weißmehl

  • Tofu, Fisch und Geflügel, selten rotes Fleisch

  • Gesunde Fette wie in Oliven- oder Rapsöl

Tipp
Tipp

Lesen Sie mehr zur gesunden Ernährung in den Wechseljahren und lassen Sie sich von vielseitigen Rezeptideen inspirieren.

Magnesium

Wer viel schwitzt, verliert auch viele Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalium, Kalzium oder Magnesium. Gerade Magnesium ist aber wichtig, denn es ist an vielen Abläufen im Körper beteiligt. So stärkt es beispielsweise die Nerven und sorgt für stabile Knochen. Über eine gesunde Ernährung versorgen Sie sich mit ausreichend Magnesium: Das Mineralwasser Ihrer Wahl sollte möglichst viel Magnesium enthalten (mehr als 100 Milligramm pro Liter).
Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Magnesium:

  • Hülsenfrüchte wie Sojabohnen,

  • Nüsse, besonders Cashewnüsse und Mandeln

  • Vollkorngetreide und Haferflocken

  • Kakaopulver

Sport: Kommen Sie ruhig aus der Puste

Genauso wie eine gesunde Ernährung trägt regelmäßiger Sport dazu bei, die Symptome der Wechseljahre - also auch die Hitzewallungen - zu reduzieren. Schwimmen, Walking oder Radfahren trainiert das Herz-Kreislauf-System und Blutgefäße und stabilisiert den Blutdruck. Weiterer Pluspunkt: Sport baut Stress und Frust ab und sorgt für einen besseren Schlaf. Wenn Sie sich so gar nicht zum Sport aufraffen können, gehen Sie einfach spazieren. Eine Runde durch den Park ist besser als nichts und macht auch den Kopf frei.

Zwei bewährte Hausmittel, um Hitzewallungen zu lindern

1.) Salbeitee
Salbei reduziert die Schweißproduktion. Damit hilft er auch, Schweißausbrüche während einer Hitzewallung zu reduzieren.  Versuchen Sie, zwei Tassen pro Tag zu trinken, ob lauwarm oder kalt, spielt dabei keine Rolle. Tipp: Lassen Sie den Salbeitee nicht länger als fünf Minuten ziehen. Er enthält viele Gerbstoffe, die zwar gesund sind, ihn aber auch bitter schmecken lassen. Je nach Geschmack mit etwas Honig oder Zitrone trinken.

2.) Wechselduschen und Wechselbäder
Das kostet zwar immer etwas Überwindung, aber Wechselduschen können tatsächlich dazu beitragen, die Intensität der Hitzewallungen zu lindern. Beginnen Sie bei der Wechseldusche mit warmem Wasser. Den kalten Guss setzen Sie zunächst an den Beinen an, dann kommen die Arme dran. Wechseln Sie zwei bis drei Mal zwischen warm und kalt, beenden Sie die Dusche mit einem kalten Guss.

Wenn Sie der Gedanke an eine - vorübergehend - kalte Dusche abschreckt, versuchen Sie doch einmal ein Wechselfußbad:

Sie bereiten zwei Schüsseln mit Wasser vor, in denen Ihre Füße bequem Platz finden: Eine ist mit angenehm warmen Wasser gefüllt, die andere mit kaltem Wasser. Stellen Sie die Füße zunächst fünf Minuten in das warme Wasser, dann eine halbe Minute ins kalte Wasser. Ein, zwei Mal wiederholen, mit dem kalten Fußbad abschließen. Gut abtrocknen und gleich warme Socken anziehen.

Info
Info

Wichtig: Wenn Sie unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden oder einen akuten Infekt wie zum Beispiel eine fiebrige Erkältung haben, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt sprechen. Unter Umständen ist es klüger, (für den Moment) auf die Wasseranwendungen zu verzichten.

Wenn die Hitze in der Nacht kommt

Eine gute Vorbereitung hilft Ihnen, besser durch die Nacht zu kommen:

  • Ihr Schlafanzug oder Nachthemd sollte aus Baumwolle oder Seide sein. Damit staut sich die Hitze nicht zusätzlich auf. Sollte Ihre Nachtwäsche doch komplett durchgeschwitzt sein, legen Sie sich am besten schon vorher ein frisches Set parat, um nachts rasch in trockene Kleidung schlüpfen zu können.

  • Schlafen Sie lieber mit mehreren Laken oder dünnen Decken als einer dicken Decke. So können Sie die Temperatur flexibel regeln. Wenn Ihnen beim Einschlafen kalt ist: Wärmen Sie sich mit Kleidung oder Bettbezügen aus Merinowolle. Eine Daunendecke speichert zu viel Wärme.

Geschickte Outfits kaschieren den Schweißausbruch

  • Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip, um sich bei Bedarf schnell zu entblättern.

  • Bei besonders heftigen Hitzewallungen: Nehmen Sie ein kleines Handtuch, Deo und Kleidung zum Wechseln mit.

  • Naturfasern wie Baumwolle und Leinen bevorzugen. Im Gegensatz zu Kunststofffasern sind sie luftdurchlässig.

  • Locker sitzende Kleidung verhindert, dass man jeden Schweißfleck sofort sieht.

Was löst bei Ihnen Hitzewallungen aus?

Wenn Sie unter Hitzewallungen leiden, lohnt es sich, die Umstände oder Lebensmittel zu identifizieren, die bei Ihnen die Symptome verstärken. Nicht jede Frau muss auf Kaffee, Alkohol und alle leckeren, gewürzten Speisen wie Currys verzichten, wenn diese gar keinen so großen Einfluss auf die Hitzewallungen haben. Vielleicht ist bei Ihnen eine Stressreduktion viel wirksamer als jeglicher Kaffeeverzicht. Oder der tägliche Genuss von Salbeitee bringt Ihnen schon deutliche Linderung. Um herauszufinden, was Ihnen persönlich am besten hilft, lohnt es sich, ein Tagebuch zu führen. Hier ein Beispiel:

Hilfe aus der Homöopathie

Klimaktoplant ist ein Kombinationspräparat mit Sepia, Cimicifuga sowie Ignatia und Sanguninaria, welche die typischen Beschwerden in den Wechseljahren lindern und sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Eine natürliche und wirksame Unterstützung für Sie, um gut durch die Wechseljahre zu kommen.

Sepia hilft erfahrungsgemäß gut bei Wechseljahresbeschwerden, insbesondere bei Hitzewallungen und übermäßigem Schwitzen. Auch die Cimicifuga (Traubensilberkerze) trägt dazu bei, Hitzewallungen und Schweißausbrüche zu reduzieren.

 

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